Website-Wartung: monatliche und jährliche Checkliste
Eine Website kann auch dann veralten, wenn sich ihr sichtbares Design nicht verändert. Abhängigkeiten erhalten Updates, Kontaktdaten ändern sich und Formulare können unbemerkt ausfallen. Eine feste Routine hält Technik und Inhalte verlässlich.
Wartung beginnt mit klarer Verantwortung
Vor jeder Checkliste muss geklärt sein, wer wofür zuständig ist:
- Wer verwaltet Domain und DNS?
- Wer betreibt das Hosting?
- Wer installiert technische Updates?
- Wer kontrolliert Formulare und Anfragen?
- Wer gibt neue Inhalte frei?
- Wer darf im Notfall Änderungen vornehmen?
Diese Informationen sollten nicht nur im Kopf eines einzelnen Mitarbeiters liegen. Dokumentieren Sie Anbieter, Zugänge, Ansprechpartner und vereinbarte Reaktionswege an einem sicheren Ort.
Wöchentlich oder automatisiert prüfen
Erreichbarkeit
Ein Monitoring-Dienst kann regelmäßig kontrollieren, ob die Website antwortet. Eine grüne Anzeige beweist allerdings nur, dass der Server erreichbar ist – nicht, dass Formulare, Navigation oder Inhalte korrekt funktionieren.
Sicherheitsmeldungen
Beobachten Sie Meldungen des Hosters, des CMS und verwendeter Dienste. Kritische Aktualisierungen sollten nach Einschätzung und Sicherung zeitnah eingespielt werden.
Backups
Prüfen Sie nicht nur, ob ein Backup erstellt wurde, sondern auch:
- Was wird gesichert?
- Wie lange werden Sicherungen aufbewahrt?
- Liegt mindestens eine Kopie getrennt vom Produktivsystem?
- Wurde eine Wiederherstellung bereits getestet?
Ein Backup ohne erprobten Wiederherstellungsweg ist nur eine Hoffnung.
Monatlich prüfen
Formulare und Kontaktwege
Senden Sie eine echte Testanfrage über jedes wichtige Formular. Kontrollieren Sie Eingang, Absender, Inhalt und Bestätigung. Testen Sie zusätzlich Telefon-, E-Mail- und externe Kontaktlinks.
Updates und Abhängigkeiten
CMS, Erweiterungen, Themes und technische Bibliotheken müssen passend zum System aktualisiert werden. Vor größeren Änderungen sollte eine Sicherung bestehen. Danach werden zentrale Funktionen erneut getestet.
Inhalte
Prüfen Sie besonders:
- Öffnungszeiten und Erreichbarkeit
- Preise und Leistungsumfänge
- Mitarbeiter und Ansprechpartner
- Stellenangebote
- Termine und saisonale Hinweise
- Zertifikate und Referenzen
Veraltete Inhalte beschädigen Vertrauen oft stärker als ein nicht ganz aktuelles Design.
Nicht gefundene Seiten
Neue 404-Fehler können durch gelöschte Inhalte, falsche interne Links oder externe Verweise entstehen. Ordnen Sie jeder relevanten alten URL ein passendes Ziel zu. Vermeiden Sie pauschale Weiterleitungen auf die Startseite.
Performance
Kontrollieren Sie wichtige Seitentypen und vergleichen Sie auffällige Veränderungen mit den letzten technischen oder redaktionellen Änderungen. Große neue Bilder sind eine häufige Ursache für plötzliche Verschlechterungen.
Mehr dazu finden Sie im Ratgeber zu Core Web Vitals.
Vierteljährlich prüfen
Nutzerwege
Ist die wichtigste Anfrage auf Mobilgeräten weiterhin schnell erreichbar? Haben sich Leistungen oder Prioritäten verändert? Eine Navigation, die beim Launch sinnvoll war, kann nach neuen Angeboten unvollständig werden.
Interne Verlinkung
Neue Ratgeber, Projekte und Leistungen sollten von thematisch passenden Seiten erreichbar sein. Entfernen Sie Links auf veraltete Inhalte und vermeiden Sie unnötige Weiterleitungsschritte.
Suchdarstellung
Prüfen Sie in der Search Console:
- Indexierungsprobleme
- Entwicklung wichtiger Seiten
- Core-Web-Vitals-Berichte
- auffällige Suchanfragen
- Sitemap-Status
Ein Rückgang sollte nicht automatisch zu hektischen Textänderungen führen. Prüfen Sie zuerst, welche Seiten und Suchanfragen betroffen sind und ob technische Veränderungen zeitlich dazu passen.
Externe Profile
Website, Google-Unternehmensprofil und wichtige Branchenverzeichnisse sollten dieselben Kontaktdaten verwenden. Prüfen Sie auch Sonderöffnungszeiten, Kategorien und neue Bewertungen.
Der Ratgeber lokal bei Google gefunden werden beschreibt die wichtigsten Local-SEO-Grundlagen.
Jährlich prüfen
Ziele und Inhalte
Passt die Website noch zum aktuellen Geschäft?
- Werden die richtigen Leistungen hervorgehoben?
- Passen Zielgruppen und Regionen?
- Sind Referenzen noch repräsentativ?
- Erzeugt die Website die gewünschten Anfragen?
- Fehlen häufig gestellte Fragen?
Eine jährliche Inhaltsprüfung ist sinnvoller als regelmäßige Änderungen nur für ein vermeintliches Frische-Signal.
Zugänge und Verträge
Kontrollieren Sie Inhaber, Laufzeiten und Kosten von Domain, Hosting, Lizenzen und externen Diensten. Entfernen Sie nicht mehr benötigte Konten und aktualisieren Sie Berechtigungen ausgeschiedener Mitarbeitender.
Wiederherstellung und Notfallweg
Spielen Sie eine Sicherung in einer geschützten Umgebung testweise ein. Dokumentieren Sie, wer bei Ausfall, Sicherheitsproblem oder versehentlicher Löschung informiert wird.
Technische Basis
Prüfen Sie, ob das eingesetzte System weiterhin unterstützt wird und zum tatsächlichen Pflegebedarf passt. Nicht jedes ältere System braucht sofort einen Relaunch. Wenn Updates, Sicherheit oder Weiterentwicklung dauerhaft blockiert werden, sollte eine neue Website-Basis geplant werden.
Was intern erledigt werden kann
Kontaktdaten, kleine Textänderungen und neue Referenzen können viele Unternehmen selbst pflegen. Technische Updates, Wiederherstellung, Sicherheitsbewertung und komplexe Weiterleitungen brauchen dagegen klare Erfahrung und Verantwortung.
Eine professionelle Website-Betreuung sollte deshalb transparent festhalten:
- welche Prüfungen enthalten sind
- in welchen Intervallen gesichert wird
- welche Änderungen abgedeckt sind
- welche Reaktionswege gelten
- wie Zugänge und Übergabe geregelt sind
Fazit
Gute Wartung ist unspektakulär: Sie verhindert, dass kleine Probleme zu Ausfällen oder verlorenen Anfragen werden. Mit festen wöchentlichen, monatlichen, vierteljährlichen und jährlichen Kontrollen bleibt die Website technisch stabil und inhaltlich verlässlich.
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